Inhalt:
Es geht darum, für sich selbst eine eloquentere Sprache zu finden (→ lokalisieren), als der eigene Wortschatz (→ Idiolekt) prinzipiell erlaubt (→ konzediert). Das ist beispielsweise (→ exempli gratia) bei Hausarbeiten praktisch (→ patent). Es handelt sich in dem Fall (→ Kasus) also um ein umgekehrtes (→ inverses) Fremdwörterbuch (→ Thesaurus): Man schlägt nicht das Fremdwort nach, sondern das Wort (→ Antonym, Synonym oder Trisyllabum) für das man gerne eine intelligenter (→ versierter) klingende Variante hätte.
Eigentlich geht es um:
Im Prinzip ist das natürlich ein Buch, das man nur kauft, um sein gesellschaftliches, berufliches oder privates Ansehen zu verbessern, indem man durch eine gewählte Sprache auffällt und sich damit den Stempel „klug“ auf die Stirn presst – oder Gefahr läuft, als Blender aufzufallen, wenn man Worte benutzt, deren korrekte Verwendung man nicht kennt.
Plus-Minus:
Im Internet gibt es jede Menge Synonymsuchen. Aber: Die geben meist keine Wörter an, die vom Ausdruck her besser sind als das eigens gefundene. Dabei hilft Cropps Zusammenstellung ganz gut.
Leider muss man es sagen, wie es ist: Viel mehr als eine Synonymsuche ist das Buch auch wieder nicht. Und dazu kommen zahlreiche überflüssige Einträge, nach denen mit ziemlicher Sicherheit kein Mensch sucht („Geschwür der Mundschleimhaut“, „Verlängerung, zweitoberste… der Masten“ „Kurztrip Jugendlicher in surreale TV-Welten“). Das Bedürfnis, lateinische Redewendungen irgendwo einzuarbeiten, habe ich auch recht selten und kenne (Gott sei Dank! → „Deo gratias!“) auch niemanden in meinem Bekanntenkreis, der das gerne tut. Ob man mit diesem Buch also tatsächlich etwas anfangen kann, hängt von der Verwendungsart ab. Für die private Weiterbildung ist es zu sehr trockenes Wörterbuch, für die Synonymsuche teilweise zu unpraktisch aufgebaut – es gibt beispielsweise kein Griffregister, Hervorhebungen oder ähnliches, was für häufiges Nachschlagen eigentlich unerlässlich ist.
Was bei Nachschlagewerken auch als problematisch gelten dürfte, ist die fehlende Überarbeitung auf neue Rechtschreibung. Das empfinde ich bei belletristischen Werken inzwischen schon als sehr störend, bei Lexika ist es aber sogar ein No-Go nach mittlerweile 16 Jahren neuer deutscher Rechtschreibung.
Letztendlich kommt es also sehr darauf an, was der Leser möchte. Für ein hin und wieder zu benutzendes Nachschlagewerk für wissenschaftliche Arbeiten ist es sicher eine nette Idee hat für diesen Zweck als Taschenbuchausgabe auch einen angemessenen und verkraftbaren Preis.
Prägender Satz:
„Gerücht, das … wächst, indem es sich verbreitet fama crescit eundo (lat., Zitat: Vergil)“
Daten: Wolf-Ulrich Cropp: Das andere Fremdwörter-Lexikon. Das passende Fremdwort schnell gefunden (1999); Piper Verlag, 640 Seiten, 12€, ISBN: 978-3-492-25110-5
Tags: Fremdwörter, Lexikon, Piper, Rezension


Für alle, die reden, schreiben, das treffende Wort suchen, ein sehr brauchbares Wörter-Lexikon. Ich arbeite täglich damit.