29. Februar, 2012 2

Stephen Farthing – Kunst. Die ganze Geschichte

Von in Rezensionen, Sachbücher

Farthing Kunst 1 Stephen Farthing – Kunst. Die ganze Geschichte

Inhalt:

Spricht man in der westlichen Welt heute von Kunst, so kommen einem wohl zunächst Gemälde in den Sinn. Die alten Meister von da Vinci bis Rembrandt vielleicht. Viele werden wahrscheinlich auch an moderne abstrakte Kunst denken, an wilde Farbspiele, aufgehangen in weiß gestrichenen Museen. Die Wenigsten allerdings kämen im ersten Moment auf Höhlenmalereien, Masken aus Afrika, Vasen aus Japan oder Steinfiguren aus China. Doch all das war und ist Kunst und all das ist auch Inhalt des mehr als 500 Seiten starken Übersichtswerks Kunst. Die ganze Geschichte, welches, nun, wirklich die ganze menschliche Existenzzeit auf der Erde abdeckt. 

Eigentlich geht es um:

In sechs großen Kapiteln geht die Kunstreise von der Urgeschichte bis heute. Jedes dieser Kapitel beginnt mit einer Zeittafel, auf der die wichtigsten künstlerischen Strömungen der Zeit chronologisch aufgelistet sind. Im Folgenden werden die einzelnen Themen meist auf Doppelseiten vorgestellt und durch großformatige Bildbeispiele erklärt. In wenigen Minuten blättert man von australischen Felsmalereien zur römischen Kunst und weiter zur chinesischen Ming-Dynastie. Dieser Brocken von einem Buch ist Leseschmöker und Nachschlagewerk in einem. Wer will, bekommt einen umfassenden Blick auf die Kunstentwicklung der gesamten Menschheitsgeschichte. Von den ersten kargen Wandmalereien über die Perfektion der klassischen Malerei zum wiederum abstrakten Chaos der modernen Kunst, kann man als Beobachter einen weiten Bogen spannen. Wer das nicht will, enthält ein fundiertes Lexikon mit wenigen, aber präzise besprochenen Beispielen zu den einzelnen Epochen, das jedem Interessierten ausreichend Informationen für das erste Verständnis an die Hand gibt.

Farthing Kunst 2 Stephen Farthing – Kunst. Die ganze Geschichte

Plus/Minus:

In 90 Minuten durch die Geschichte der Kunst zu wandern, ist mit diesem Buch kein Problem. Für mich war die Lektüre eine Entdeckungsreise. Ich ließ mich von Kapitel zu Kapitel treiben, blieb an für mich faszinierenden Bildern hängen und las dazu die prägnanten Informationstexte. Gerade die speziellen Besprechungen einzelner Werke waren für mich ein Highlight. Dazu werden bestimmte Bildelemente hervorgehoben und für die Gesamtinterpretation erklärt. Als Laie entdeckt man so viele Details, die zuvor verborgen schienen. Wie bei jedem Übersichtswerk ist die Auswahl der besprochenen Kunstwerke natürlich ein Problem und wird wahrscheinlich von jedem anders empfunden. Auch die Kriterien, warum nun dieses Gemälde im Detail besprochen wird und ein anderes nicht, werden für den Leser nicht deutlich. Ebenso sorgt der Platzmangel für die Verkleinerung von viel Bildmaterial, was für die Betrachtung nicht immer optimal ist. Hier hätte ich mir manchmal anstatt drei kleinen Bildern lieber eines in groß gewünscht.

Prägender Satz:

“Obwohl hier eine enorme Zeitspanne mit einer erstaunlichen Zahl verschiedener Bewegungen abgehandelt wird, gerät nie die fundamentale Bedeutung aus dem Blick, sich auf bestimmte Bilder zu konzentrieren und sie vertieft zu begreifen.”


Daten: Stephen Farthing – Kunst. Die ganze Geschichte. (2011); DuMont Buchverlag, 576 Seiten, 29,95€, ISBN: 978-3-8321-9385-0.


Wir danken dem DuMont Buchverlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars.

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2 Kommentare zu “Stephen Farthing – Kunst. Die ganze Geschichte”

  1. Vielen Dank für die Rezension, sie macht mir direkt Lust, wieder in meiner Büchersammlung zu stöbern, da verbergen sich auch noch so einige Kunstbücher. Was ich aber jetzt noch gerne wissen würde: für mich ist die Größe der Gemälde/Objekte ziemlich wichtig. Also klar, große Abbildungen helfen, aber was mich noch mehr interessiert: werden die Originalabmessungen der Werke angegeben? Es ist mir schon oft passiert, dass ich eine ganz andere Vorstellung von einem Gemälde hatte (die Mona Lisa wäre da ein gutes Beispiel…) und dann sehr verblüfft war, als ich es dann live im Museum gesehen habe. Manche Gemälde sind so unglaublich groß, andere wieder so erstaunlich winzig, aber wenn man sie eben nur aus Büchern kennt und dort garkeine Angabe zur Größe zu finden ist, dann fehlt mir bei Kunstbüchern einfach etwas wesentliches. Aber vielleicht ist das auch einfach nur mein eigener Spleen. Schönes Wochenende euch!

  2. Daniel sagt:

    Über die Größe der Bilder habe ich ehrlich gesagt noch nie nachgedacht, aber guter Punkt. Im Fall von “Kunst. Die ganze Geschichte” stehen sie aber vorbildlich bei allen Abbildungen dabei.

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