15. Mai, 2012 0

Suzanne Collins – Catching Fire

Von in Jugendbuch, Rezensionen, Science-Fiction

catching fire Suzanne Collins – Catching Fire

Inhalt:

Katniss Everdeen hat die Hungerspiele überlebt und ist in ihren Heimatdistrikt zurückgekehrt. Anstelle eines ruhigen Lebens im Verborgenen muss sie sich allerdings weiterhin in der Öffentlichkeit präsentieren und bleibt damit ein Symbol des Widerstands gegen das totalitäre Regime in Panem. Zusammen mit ihrem vermeintlichen Liebespartner Peeta tritt sie eine Rundreise durch alle Distrikte an und beide erfahren schnell, dass ihr ungewöhnlicher gemeinsamer Sieg in den letzten Spielen nicht ohne Folgen bleiben wird. Als schließlich der Präsident selbst Katniss droht und die Sicherheitsmaßnahmen in Distrikt 12 massiv erhöht werden, wird klar, dass ihr Überlebenskampf noch lange nicht vorbei ist.

Eigentlich geht es um:

Die gleichen Themen wie schon im ersten Teil der Hunger Games-Trilogie. Diesmal allerdings um die Komponente einer nahenden Revolution erweitert. Der Kampf zwischen Unterdrückten und Unterdrückern bewegt sich langsam unter der Oberfläche hervor und steht kurz vor der Eskalation. Die mediale Kontrolle in Form der Hungerspiele kommt noch einmal zum Einsatz, wird aber stark in den Hintergrund gedrängt. Der Widerstandskampf steht kurz bevor, nur die Hauptfiguren sind sich dessen noch nicht bewusst.

Plus-Minus:

Anders als der Vorgänger, steigt Catching Fire sehr viel stärker in die eigentliche Welt von Panem ein und lässt die Hungerspiele beinahe zu einem Nebenschauplatz werden. Dadurch dümpelt die Geschichte lange vor sich hin und es passiert relativ wenig. Der Roman präsentiert sich als typischer Zwischenschritt in einer Reihe, die mit dem dritten Teil Mockingjay ihren Höhepunkt finden wird. Viele Dinge werden angedeutet und alle Figuren auf dem Schachbrett entsprechend in Position gebracht. Als Leser fiebert man mehr auf die zukünftigen Entwicklungen hin, während die momentane Handlung wenig fesselt. Dementsprechend offen präsentiert sich auch das Ende, das allerdings ein spektakuläres Finale im Folgeband verspricht.

Mir fiel der Jugendbuchcharakter diesmal etwas negativer auf, was vielleicht daran liegt, dass Suzanne Collins mehr mit ihren Charakteren arbeiten musste und nicht mehr die eigentlichen Hungerspiele als zentralen Punkt der Aufmerksamkeit einsetzen konnte. Die unterdrückten Liebesgefühle der pubertierenden Protagonisten können auf Dauer doch etwas an den Nerven zehren und die allgemeine Naivität tut ihr Übriges, um den erwachsenen Leser mit rollenden Augen zurückzulassen. Ich bleibe aber dabei: Besser als die Vampirseuche in den Buchläden ist die dystopische Welt von Panem allemal.

Prägender Satz:

“Ladies and gentlemen, let the Seventy-fifth Hunger Games begin!”


Daten: Suzanne Collins – Catching Fire, (2009), Scholastic, ca. 7€, ISBN: 978-0-439-02349-8; Deutscher Titel: Die Tribute von Panem 2 – Gefährliche Liebe (2010), Oetinger Verlag, 17,95€, ISBN 978-3-789-13219-3.


Ich empfehle auch bei diesem Band jedem, der halbwegs dem Englischen mächtig ist, das Original zu lesen. Dabei geht es weniger um die Übersetzung als die unsägliche Optik sowie Ausstattung der deutschen Ausgabe. Da wird ganz klar auf die weiblichen Jungleser gezielt, während das Original in seiner modernen und schlichten Aufmachung auf die gesamte Leserschaft ausgerichtet ist.

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