21. Februar, 2012 0

Andreas Eschbach – Hide*Out

Von in Jugendbuch, Rezensionen

Eschbach HideOut1 Andreas Eschbach – Hide*Out

Inhalt:

In der Fortsetzung von Black*Out geht es um die immer stärker werdenden Upgrader, Menschen, die über Computerchips im Hirn miteinander kommunizieren. Für die Widerstandsgruppe um das Genie Christopher und den technikfeindlichen Jeremiah Jones wird die Lage immer ernster und die Flucht immer knapper. So zersplittert sich die Gruppe, muss sich neu organisieren, muss außerhalb des Mobilfunknetzes Verstecke finden, um wenigstens kurzzeitig in Sicherheit zu sein.

Eigentlich geht es um:

Individualität. Wie schon beim Vorgänger steht die große Frage im Vordergrund, was die menschliche Individualität wert ist, wenn man an ihrer Stelle im wahrsten Sinne des Wortes übermenschliche Intelligenz erlangen kann. Statt egoistischen Individuen ist der Zusammenschluss aus Chip-Menschen nur noch ein einziges denkendes Hirn, Machtkämpfe und Uneinigkeit gibt es nicht mehr.

Plus:

Wieder einmal schreibt Herr Eschbach so, dass man das Buch unter keinen Umständen zur Seite legen möchte. Obwohl an sich wenig Handlung auf 450 Seiten beschrieben wird, hält er eine gewisse Grundstimmung, die einen ständig hibbelig fragen lässt, wie es nun wohl weiter geht, was noch getan werden kann und wie wohl die ein oder andere brenzlige Situation gelöst wird.

Minus:

Eschbach hat seine Geschichte auf eine Trilogie (Time*Out soll im Juni dieses Jahres erscheinen) angelegt und das war möglicherweise ein Fehler. Denn leider verkommt der zweite Band vollkommen zu einem Füllband ohne wirklichen Inhalt. Der dicke Schmöker erzählt viel Überflüssiges, viel Langweiliges und hätte insgesamt auch rund ¾ kürzer sein dürfen, ohne dass etwas gefehlt hätte. Schade, denn die Idee ist nach wie vor fantastisch.
Was mir bei diesem Band fehlt, ist der eigentliche Konflikt, der noch einmal die Nachteile der Kohärenz (der Zusammenschluss der Upgrader) erklärt. Dieses Mal wird festgehalten, dass Musik in einer Welt ohne Individuen keine Rolle mehr spielen wird, weder zum Hören noch zum Produzieren. Den passionierten Musikmenschen mag das schocken, aber als Teil der Kohärenz weiß man ja gar nicht mehr, was man einmal war und was einem fehlen könnte. Man ist nur noch Maschine – und das sollte letztendlich viel erschreckender sein als fehlende Musik. Wird im Buch aber nur so am Rande erwähnt.

Prägender Satz:

„Kann es nicht sein, dass die Kohärenz schlicht und einfach der nächste Schritt in der menschlichen Evolution ist?“


Daten:Andreas Eschbach: Hide*Out (2011), Arena Verlag, 450 Seiten, 17,99€, ISBN: 978-3-401-06587-8


Wir danken dem Arena Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

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