24. November, 2011 0

Alles über Wikipedia und die Menschen hinter der größten Enzyklopädie der Welt

Von in Rezensionen, Sachbücher

wikipedia Alles über Wikipedia und die Menschen hinter der größten Enzyklopädie der Welt

Inhalt:

Der Leser wird hinter die Kulissen der bekannten und beliebten Online-Enzyklopädie geführt. So lernt man kapitelweise die Entstehung der Wikipedia kennen, wie die Arbeit an und mit ihr funktioniert, was Qualitätssicherung bedeutet, welche Strukturen in ihr herrschen und wie es eigentlich mit der entsprechenden Soft- und Hardware aussieht. In knapp 60 Aufsätzen von verschiedenen Wikipedia-Autoren werden teils ernste, teils lustige, lange oder kurze, informative und unterhaltende Seiten der Enzyklopädie dargestellt. Man liest Usergeschichten, aber auch einen Einführung in grundlegende Funktionen und Strukturen.

Eigentlich geht es um:

Es ist mehr oder minder ein Sachbuch und entsprechend gibt es thematisch natürlich wider, was es verspricht, aber in diesem Fall ist es auch ein Feiern der Wikipedia. Wenn auch der ein oder andere verbitterte Beitrag auftaucht, so sagt doch das Buch nichts anderes als: Wikipedia ist ein Wahnsinnsprojekt, was die Menschheit weitergebracht hat und weiterbringen wird. Dass das mit dem Engagement der Autoren zusammenhängt, ist klar, und ja, warum sollte man sich nicht mal selbst feiern?

Minus:

Manche Artikel übertreiben es in ihrer Sachlichkeit und sind einfach langweilig. Aber, wie bei so vielen Sachbüchern, ist das sicherlich eine Frage der Zielgruppe: Kaufe ich das Buch, weil ich so gerne mal einen Artikel einstellen will, der nicht gleich wegen fehlender Quellen gelöscht oder markiert wird? Dann finde ich mindestens einen hilfreichen Artikel – aber auch viele, die mir überhaupt nicht helfen. Kaufe ich das Buch, um Unterhaltendes über Wikipedia zu erfahren? Dann finde ich mindestens ein Dutzend Artikel, die mich bedienen – und ebenso viele, die ich langweilig finde. Das Buch ist sicher eine gute Mischung aus beidem, aber eine Definition darüber, was es will und was es soll, hätte den Leser sicher gefreut, weil er weniger Artikel überblättern müsste.
Ein anderer negativer Punkt ist, dass sich die Autoren oft ein wenig in ihrer eigenen Welt verlieren. Sie sind inzwischen so sehr drin in der Magie der Wikipedia, dass sie gar nicht merken, dass das, was sie schreiben, für Fremdlinge nicht mehr ganz nachvollziehbar ist.
Auch schade ist, dass es unheimlich viele Wiederholungen zwischen den unterschiedlichen Artikeln gibt. Da hätte ich mir eine bessere Absprache der Autoren gewünscht – oder ein Lektorat, was so etwas rigoros ausgemerzt hätte.

Plus:

Wirklich schön ist, mit welcher Leidenschaft die Artikel geschrieben sind. Man merkt, dass sich hinter Wikipedia Autoren verbergen, die ihr Herzblut in das Projekt stecken – und damit, sind wir mal ehrlich, jedem von uns im Alltag und teilweise darüber hinaus helfen. Es macht Spaß, solche Artikel zu lesen und Lust, ein Teil des Ganzen zu werden. Und wenn durch solch ein Buch die Wikipedia noch größer, noch informativer und noch hilfreicher wird, dann ist uns doch allen geholfen.

Prägender Satz:

„Bereits jeder einzelne Beitrag bringt die Wikipedia einen Schritt weiter, und das wichtigste Motto ist von Anfang an dasselbe geblieben: „Dabei sein ist alles!““


Daten: Daten: Wikimedia Deutschland e.V. (Hrsg.): Alles über Wikipedia und die Menschen hinter der größten Enzyklopädie der Welt (2011); Hoffmann & Campe, 351 Seiten, 16,99€, ISBN: 978-3-455-50236-7


Wir danken Hoffmann & Campe für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

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