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		<title>Daniel Glattauer &#8211; Gut gegen Nordwind &amp; Alle sieben Welle (Hörbücher)</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 09:10:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hörbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Inhalt: Zwei Menschen lernen sich zufällig per E-Mail kennen. Die eine adressiert falsch, der andere antwortet aus Nettigkeit. Und so entsteht eine E-Mail-Freundschaft, in der Belanglosigkeiten sowie Intimitäten ausgetauscht werden und schließlich eine hochkomplizierte Beziehungskiste entsteht, denn Emmi ist verheiratet und Stiefmutter zweier Kinder. Und auch Leo Leike steckt phasenweise in Beziehungen und Affären, um [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/bluesquarething/3582913156/" title="Waves 68/365 by Blue Square Thing, on Flickr"><img src="http://farm4.staticflickr.com/3587/3582913156_6e233c45c6_z.jpg" width="560" alt="3582913156 6e233c45c6 z Daniel Glattauer   Gut gegen Nordwind & Alle sieben Welle (Hörbücher)"  title="Daniel Glattauer   Gut gegen Nordwind & Alle sieben Welle (Hörbücher)" /></a></p>
<h3>Inhalt:</h3>
<p>Zwei Menschen lernen sich zufällig per E-Mail kennen. Die eine adressiert falsch, der andere antwortet aus Nettigkeit. Und so entsteht eine E-Mail-Freundschaft, in der Belanglosigkeiten sowie Intimitäten ausgetauscht werden und schließlich eine hochkomplizierte Beziehungskiste entsteht, denn Emmi ist verheiratet und Stiefmutter zweier Kinder. Und auch Leo Leike steckt phasenweise in Beziehungen und Affären, um endlich von dieser unbekannten Frau am Ende der DSL-Leitung loszukommen.<span id="more-837"></span></p>
<h3>Eigentlich geht es um:</h3>
<p>Natürlich geht es um das ganz große Thema: Liebe. Aber Daniel Glattauer erzählt keine lineare Geschichte à la &#8220;Zwei Menschen verlieben sich, zack, Happy End&#8221;. Vielmehr beschreibt er, dass es eben nicht immer so einfach ist, seine Gefühle richtig einzuordnen und dann auch noch die passende Entscheidung zu treffen. Wenn sich zwei Menschen ineinander verlieben, und sei es noch so offensichtlich, dass dem so ist, dann ist eben noch lange nicht alles klar. Schließlich hatte man bis dahin unter Umständen Lebensentwürfe, die man nicht unbedingt von einem auf den anderen Tag aufgeben möchte oder kann. Dazu gehört ab einem gewissen Punkt im Leben auch ein Verantwortungsbewusstsein, das einen genau daran hindert. Darüber hinaus wird der aktuelle Spagat zwischen gesellschaftskonformer Beziehung und Online-Verliebtsein thematisiert, da Letzteres heute immer noch deutlich skeptischer betrachtet wird als jede &#8220;übliche&#8221; Gefühlsanbahnung.</p>
<h3>Plus-Minus:</h3>
<p>Die Geschichte, die Glattauer schildert, ist wirklich rührend. Im Großen und Ganzen handelt es sich natürlich um eine wahnsinnig kitschige Erzählung, aber durch den gewählten Stil fällt das gar nicht so sehr auf. Im Hörbuch wechseln sich Andrea Sawatzki und Christian Berkel entsprechend der E-Mails ab, was definitiv komfortabel zu hören ist und gar nicht anstrengend, wie ich anfangs befürchtet hatte. Charmant ist Glattauers Einfluss des Österreichischen, wenn die Protagonisten beispielsweise nicht ins Krankenhaus, sondern ins Hospital fahren, um sich behandeln zu lassen. Teilweise fällt die Geschichte aber etwas sehr anstrengend aus, da der Emmi-Charakter doch sehr zickig und nervig sein kann, was Sawatzki auch stimmlich ausgesprochen gut (aber ebenso anstrengend) umsetzt. Da ist die Geduld, die Gegenpart Leo an den Tag legt, bewundernswert oder aber fast schon unrealistisch. Schließlich überschreitet Emmi regelmäßig Grenzen, ist respektlos und erwartet, dass Leos gesamter Fokus auf ihr, und nur auf ihr, liegt &#8211; einer verheirateten Frau mit zwei Kindern. Warum die beiden (Hör-)Bücher hier gemeinsam präsentiert werden, hat ebenfalls einen Grund: Der erste Teil hat kein Happy End, wird aber im zweiten direkt fortgesetzt, und dann gibt es das erwartete Happy End, das meiner Meinung nach auch irgendwie zu so einer Liebesgeschichte gehört &#8211; sonst könnte man ja auch einen blutrünstigen Thriller hören. Teil 1 entlässt einen doch etwas deprimiert aus der fiktiven Hörwelt, während die Fortsetzung ein rosarot-positives Gefühl. Wem das unwichtig ist, der hat sicher auch Freude am ersten Teil, ohne den zweiten zu hören. So ganz erschlossen hat sich mir die Teilung aber tatsächlich nicht.</p>
<hr />
<strong>Daten:</strong> 1.) Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind; gesprochen von Andrea Sawatzki und Christian Berkel (2008); Hörbuch Hamburg; 4 Stunden, 48 Minuten; ca. 10€, 9783899038071; 2.) Daniel Glattauer: Alle sieben Wellen; ebenfalls gesprochen von Andrea Sawatzki und Christian Berkel (2011); Hörbuch Hamburg; 4 Stunden, 31 Minuten; ca. 15 €; 9783869090931.</p>
<hr />
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		<title>Donna Leon &#8211; Venezianisches Finale &#8211; Commissario Brunettis erster Fall</title>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 10:10:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Brunetti]]></category>
		<category><![CDATA[Diogenes]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Inhalt: Ein Dirigent wird während der Aufführung seiner Oper tot aufgefunden. Todesursache: Zyankali im Kaffee. Der Commissario ermittelt ebenso klassisch wie der Plot: Zeugenbefragungen der Ehefrau, der musikalischen Kollegen, der vergangenen Geliebten. Eigentlich geht es um: In diesem Fall (welch scharfzüngige Doppeldeutigkeit) ist die Kategorie fast überflüssig. Es handelt sich um einen herkömmlichen, schönen Krimi, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/deptfordjon/5650680571/" title="Venice by DeptfordJon, on Flickr"><img src="http://farm6.staticflickr.com/5307/5650680571_f22b5318cc_z.jpg" width="560" alt="5650680571 f22b5318cc z Donna Leon   Venezianisches Finale   Commissario Brunettis erster Fall"  title="Donna Leon   Venezianisches Finale   Commissario Brunettis erster Fall" /></a></p>
<h3>Inhalt:</h3>
<p>Ein Dirigent wird während der Aufführung seiner Oper tot aufgefunden. Todesursache: Zyankali im Kaffee. Der Commissario ermittelt ebenso klassisch wie der Plot: Zeugenbefragungen der Ehefrau, der musikalischen Kollegen, der vergangenen Geliebten.<span id="more-830"></span></p>
<h3>Eigentlich geht es um:</h3>
<p>In diesem Fall (welch scharfzüngige Doppeldeutigkeit) ist die Kategorie fast überflüssig. Es handelt sich um einen herkömmlichen, schönen Krimi, der perfekt an grauen Herbst- oder Wintertagen gelesen werden kann und in dem sich alles findet, was einen befriedigenden Krimi ausmacht: Leiche, Kommissar inklusive Familienleben, familiäre Verstrickungen, Interna der Polizei. Herrlich. Aber sie ist eben nur fast überflüssig. Denn ganz nebenbei schafft Donna Leon in ihrem Brunetti-Erstling eine Welt aus political incorrectness, Lügen, dunkler Vergangenheit und menschlichen Abgründen, die sie ganz sanft, ganz leise in die Haupthandlung verflechtet.</p>
<h3>Plus-Minus:</h3>
<p>Wie gesagt, es ist ein Krimi. Wer keine Freude an solchen hat, wird auch „Venezianisches Filiale“ nicht mögen &#8211; hier fehlt meistens Blut, es wird auch niemand auf bestialische Art und Weise gefoltert und es gibt auch keinen Psycho-Mörder, der seine Vergangenheit durch Qual und Mord aufarbeitet. Brunettis erster Fall ist leicht verdaulich, wegen seines Schreibstils und des Umfangs schnell gelesen &#8211; und vermutlich auch in derselben Geschwindigkeit wieder vergessen. Ich will nicht am Mythos „Brunetti“ kratzen, es ist auch nicht das erste Buch aus der Reihe, das ich lese, aber der erste Band ist in großen Teilen schon recht belanglos. Seitenweise wird da über Venedig geschwafelt, über die Veränderungen der Stadt und die Eigenheiten und Merkwürdigkeiten ihrer Bewohner. Das ist schon okay, hat auch stellenweise durchaus Charme, gerade an erwähnten Herbst- und Wintertagen, aber ein bisschen viel ist es leider auch. Ich möchte in einem Krimi ja auch wissen, wie es weitergeht, wer denn nun der Mörder ist und vor allem, warum. Gerade das bleibt in diesem Buch aber über lange Zeit auf der Strecke, da werden Befragungen durchgeführt, die im Nachhinein vollkommen nichtssagend sind, der Commissario läuft stundenlang durch Venedig und philosophiert, und ich sitze vor dem Buch und wünsche mir nichts als ein wenig mehr gestraffte Handlung. Wie gesagt, Venedig in allen Ehren, das Buch macht durchaus Lust auf ein bisschen Italia-Urlaub, aber mit dem Fall hat das nun mal nichts zu tun.</p>
<h3>Prägender Satz:</h3>
<p>„Er blickte hinauf zu den Sternen, die über dem Dunkel der unbeleuchteten Calli klar zu erkennen waren und freute sich an ihrer Schönheit.“</p>
<hr />
<strong>Daten: </strong>Donna Leon: Venezianisches Finale: Commissario Brunettis erster Fall (1995); Diogenes, 352 Seiten, 10,90 € (Taschenbuch), 9,99 € (E-Book), ISBN: 9783257227802.</p>
<hr />
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		<title>Happy Birthday!</title>
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		<pubDate>Thu, 02 May 2013 15:08:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Podcasts]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist mal wieder so weit: Wortabstand feiert Geburtstag! Und damit ihr neben dem digital gebackenen Kuchen für euch noch was davon habt, gibt es eine wunderschöne Liebeserklärung auf die Ohren &#8211; natürlich vom Meister himself! Liebhaber in allen Gestalten (.mp3-Download)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://wortabstand.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/waGeb3.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-823" alt="waGeb3 Happy Birthday!" src="http://wortabstand.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/waGeb3.jpg" width="560" height="432" title="Happy Birthday!" /></a></p>
<p>Es ist mal wieder so weit: Wortabstand feiert Geburtstag!</p>
<p>Und damit ihr neben dem digital gebackenen Kuchen für euch noch was davon habt, gibt es eine wunderschöne Liebeserklärung auf die Ohren &#8211; natürlich vom Meister himself!<br />
<p><a href="http://wortabstand.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/Liebhaber-in-allen-Gestalten.mp3">Download audio file (Liebhaber-in-allen-Gestalten.mp3)</a></p><br />
<a href="http://wortabstand.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/Liebhaber-in-allen-Gestalten.mp3">Liebhaber in allen Gestalten (.mp3-Download)</a></p>
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		<title>Wortschatz #5 &#8211; Pfannkuchen</title>
		<link>http://wortabstand.de/wortschatz/wortschatz-5-pfannkuchen/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 12:13:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Pfannkuchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wortschatz ist eine Rubrik, in der wir uns Wörter und Redewendungen einfach mal auf der Zunge zergehen lassen und sie ganz nebenbei erläutern. Heute: Pfannkuchen Was ein Pfannkuchen ist, brauche ich an dieser Stelle wohl kaum erklären, aber: Manche Wörter muss man sich (in dem Fall im wahrsten Sinne des Wortes &#8211; haha) auf der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://wortabstand.de/category/wortschatz/">Wortschatz</a> ist eine Rubrik, in der wir uns Wörter und Redewendungen einfach mal auf der Zunge zergehen lassen und sie ganz nebenbei erläutern.</em></p>
<hr />
<p>Heute: <span style="color: #009933;"><strong>Pfannkuchen</strong></span></p>
<p>Was ein Pfannkuchen ist, brauche ich an dieser Stelle wohl kaum erklären, aber: Manche Wörter muss man sich (in dem Fall im wahrsten Sinne des Wortes &#8211; haha) auf der Zunge zergehen lassen. Pfannkuchen. Oder Pfannekuchen. Oder sogar Pfannenkuchen. Ein Kuchen aus der Pfanne. Hm&#8230; lecker! Ist das nicht ein wunderschön bodenständiges Wort? Und so unglaublich eindeutig! Ähnlich übrigens wie Eierkuchen, was bekanntermaßen dasselbe ist und genauso yummie. Nicht zu verwechseln übrigens die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Pfannkuchen">Berliner Pfannkuchen</a>, die kennt man in der Regel unter sowas Ähnlichem wie Krapfen. Und in anderen Sprachen ist das genauso: Da hätten wir zum Beispiel den amerikanischen Pancake oder die niederländischen Pannekoeken. Gut, ob man jetzt unbedingt &#8220;pankaka&#8221; (Schwedisch) essen möchte, das muss man jetzt selber wissen. Aber was die Eindeutigkeit angeht, da kann doch der Kartoffelpuffer (ein Freier aus Erdäpfeln?!) mal gar nicht gegen anstinken, oder? Der erklärt sich selbst erst als Reibekuchen.</p>
<hr />
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		<title>Rachel Joyce – Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 08:53:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Krüger]]></category>
		<category><![CDATA[Pilger]]></category>
		<category><![CDATA[Rachel Joyce]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Inhalt: Harold ist ein älterer Mann, seit Ewigkeiten verheiratet und lebt im Alltagstrott so vor sich hin. So weit, so gut. Bis ihn eines Tages der Brief einer ehemaligen Kollegin erreicht, die ihn aus dem Hospiz von ihrem nahenden Tod unterrichtet und sich so von ihm verabschieden möchte. Harold hat Schwierigkeiten, die richtigen Worte für [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://wortabstand.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/harold-fry.jpg" alt="harold fry Rachel Joyce – Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" width="560" height="342" class="alignnone size-full wp-image-805" title="Rachel Joyce – Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" /></p>
<h3>Inhalt:</h3>
<p>Harold ist ein älterer Mann, seit Ewigkeiten verheiratet und lebt im Alltagstrott so vor sich hin. So weit, so gut. Bis ihn eines Tages der Brief einer ehemaligen Kollegin erreicht, die ihn aus dem Hospiz von ihrem nahenden Tod unterrichtet und sich so von ihm verabschieden möchte. Harold hat Schwierigkeiten, die richtigen Worte für eine Antwort zu finden, kriegt aber doch einen Brief zusammen und macht sich auf den Weg zur Post. Und dann beschließt er sich, zu dieser Kollegin zu laufen, und legt von da an 1000 km Wegstrecke zurück &#8211; und ganz viel mehr innere Entfernungen. <span id="more-804"></span></p>
<h3>Eigentlich geht es um:</h3>
<p>Rachel Joyce schildert unglaubliche viele Ebenen menschlicher Beziehungen mit allen Höhen und Tiefen, mit Vorwürfen, Schweigen, der gemeinsamen Geschichte, Treue, Loyalität, Eifersucht und noch viel, viel mehr. Da ist die Kollegin, der sich Harold aus lange unbekannten Gründen wahnsinnig verbunden fühlt, weil sie eine gemeinsame Geschichte haben, die in tiefer Freundschaft wurzelt, aber auch mit Schmerz und schlechtem Gewissen zu tun hat.</p>
<p>Da ist Harolds Ehefrau, die sein Unternehmen anfangs überhaupt nicht verstehen kann, sich einsam und alleingelassen fühlt &#8211; wie schon seit Jahren oder Jahrzehnten in der gesamten Ehe -, und dann selbst einen Prozess in Gang setzt, der der Beziehung eine ganz neue Chance und eine ganz neue Basis geben kann. Und es gibt noch Harolds Sohn, der zwar keine aktive Rolle im Buch spielt, aber die Gedanken der Eheleute kreisen ständig um ihn, reflektieren seine Kindheit, das Verhältnis, das Fehlverhalten, Vorwürfe, die man sich macht &#8211; und der Kern kommt doch erst ganz am Ende heraus. Zudem inszeniert Joyce zahlreiche kunterbunte, schicksalhafte Begegnungen Harolds mit Wildfremden, die ihn allesamt persönlich berühren und etwas in ihm anstoßen und auslösen.</p>
<p>Insgesamt erzählt die Autorin aus dem Leben, entwirft ein buntes Potpourri an menschlichen Abgründen, aber auch der Stärke, die gegenseitiges Zueinanderhalten schaffen kann. Insgesamt ein sehr positives: Gemeinsam schaffen wir alles.</p>
<h3>Plus-Minus:</h3>
<p>Mich hat das Buch und seine Thematik unheimlich berührt. Harold ist keine Figur, mit der ich mich alterstechnisch oder vom ganzen Lebensentwurf her identifizieren kann, und dennoch gelingt es Joyce, mich sofort in die Gefühlswelt des alten Herrn zu versetzen. Ich verstehe ihn, ich verstehe seine Frau, ich weiß, was in beiden passiert, auch wenn Gefühlswelten selbst nur selten beschrieben werden. Vielmehr wird dem Leser klar, was da innerlich passiert, wenn die Ehefrau beginnt, Wäsche umzusortieren, Vorhänge zu waschen, die Bettwäsche wieder in ein gemeinsames Bett zu legen. Ganz nebenbei, ohne dass das Buch auch nur ansatzweise kitschig oder emotional überladen wirkt &#8211; und das ist ein hohes Kompliment für ein Buch, das sich thematisch mit nichts anderem beschäftigt.</p>
<p>Jede Begegnung Harolds ist spannend, man fragt sich gleich, was sie in ihm auslösen wird, welche Gedanken ihn fortan auf seinem Weg begegnen werden, was das eigentlich alles zu bedeuten hat. Und obwohl es an sich natürlich nicht viel Handlung gibt, Harold läuft eben diese 1000 km, passiert da auf ganz anderer Ebene so viel, dass das Buch nahezu ununterbrochen spannend bleibt und unheimlich Spaß macht. Auch, weil man wissen möchte, was hinter dem Ungesagten steckt. Das macht die Autorin nämlich auch sehr spannend und löst einige Stränge erst sehr spät auf.</p>
<p>Ein kleiner Wehrmutstropfen ist das letzte Viertel des Buchs. Hier wird Harold leicht depressiv, alles macht keinen Sinn mehr und er sieht nur noch das Negative. Er weiß nicht mehr, wofür das alles. Hier erfährt er Unterstützung, wo er sie nicht erwartet hat, aber letztlich ist ihm auch das in diesem Moment egal. Das ist eine absolut nachvollziehbare Handlungsrichtung, die sich im anderen Teil des Buchs komplett umgekehrt und entsprechend positiv vollzogen hat, ist aber unheimlich niederschmetternd und anstrengend zu lesen. Ich habe mich irgendwann gefragt, warum ich das lese, wenn selbst für Harold, meinen alten Helden, nichts mehr Sinn macht und dann angefangen, Passagen zu überspringen.</p>
<p>Das Ende ist wunderbar. Ich hatte mich während der Lektüre oft gefragt, wie um Himmels Willen Joyce die vielen losen Enden befriedigend zusammenbringen will und kann nun sagen: Sie schafft es. Es gibt im Prinzip auf fast allen Ebenen ein Happy End, wenngleich das kein typisches Friede-Freude-Eierkuchen-Ende ist, wir haben immerhin die Hospiz-Thematik, Eheprobleme und totgeschwiegene Geheimnisse, aber es gibt zumindest die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft für diejenigen Protagonisten, die einem im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen sind.</p>
<h3>Prägender Satz:</h3>
<p>„Selbst unbeobachtet, hatte er einen liebevollen Blick für die Seltsamkeiten der anderen.“</p>
<hr />
<strong>Daten:</strong> Rachel Joyce &#8211; Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry, Krüger (2012), Original: The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry (2012), 384 Seiten, 18,99€ (als E-Book 16,99€), ISBN: 978-3810510792.</p>
<hr />
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		</item>
		<item>
		<title>Flix – Faust: Der Tragödie erster Teil (Graphic Novel)</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 11:12:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Carlsen]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Flix]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Inhalt: Berlin. Der Trunkenbold Gott und sein gerissener Mitarbeiter Meph schließen eine Wette ab: Meph schafft es innerhalb von einer Woche, eins der gottesfürchtigsten Schäfchen auf die dunkle Seite zu ziehen. Auserwählt wird Faust, ein bisschen chaotisch, planlos, treudoof. Ihm will Meph seinen größten Wunsch erfüllen: einen Kuss mit der schönen Margarethe oder auch Özlem, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-801" alt="flix faust Flix – Faust: Der Tragödie erster Teil (Graphic Novel)" src="http://wortabstand.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/flix-faust.jpg" width="560" height="400" title="Flix – Faust: Der Tragödie erster Teil (Graphic Novel)" /></p>
<h3>Inhalt:</h3>
<p>Berlin. Der Trunkenbold Gott und sein gerissener Mitarbeiter Meph schließen eine Wette ab: Meph schafft es innerhalb von einer Woche, eins der gottesfürchtigsten Schäfchen auf die dunkle Seite zu ziehen. Auserwählt wird Faust, ein bisschen chaotisch, planlos, treudoof. Ihm will Meph seinen größten Wunsch erfüllen: einen Kuss mit der schönen Margarethe oder auch Özlem, denn eigentlich ist sie ja Türkin. Dafür soll Meph die Seele Fausts nach dessen Tod bekommen. Der Vertrag ist schnell aufgesetzt und los geht das bekannte Abenteuer. <span id="more-800"></span></p>
<h3>Eigentlich geht es um:</h3>
<p>Natürlich wird hier wie in Goethes Vorlage der Konflikt zwischen Gut und Böse dargestellt, aber eigentlich liegt das Hauptziel wohl weniger in der Geschichte selbst als darin, zu zeigen, dass man einen uralten Stoff so modern aufarbeiten kann, dass er einfach Spaß macht und sich locker mal so lesen und anschauen lässt.</p>
<h3>Plus-Minus:</h3>
<p>Flix schafft großartige Bilder, tolle Anspielungen auf Meta-Meta-Meta-Ebenen, von denen man bei mehrmaligem Durchlesen mit Sicherheit immer Neue entdeckt, innovative Ideen und jede Menge bitterböse Grenzüberschreitungen. Ich weiß nur nicht, ob das eben noch Faust ist. Das kommt sicher auf die Erwartungshaltung an. Beispielsweise bezweifele ich ganz stark, dass man Spaß an der Lektüre hat, wenn man das Original nicht kennt. Dann geht die Geschichte sehr zack-auf-zack und ich weiß nicht, ob man immer folgen kann. Außerdem fallen dann eben auch die Anspielungen weg, die man ohne Goethes Vorlage einfach nicht versteht. Trotzdem merkt man Flix an, dass er sich mit dem Stoff auseinandergesetzt hat. Sicher nicht auf höchster literaturwissenschaftlicher Ebene, aber das braucht es auch überhaupt nicht, um diesen würdigen Stoff mal eben ganz anders darzustellen, als man das bisher kennt.</p>
<p>Ich finde auch gut, wie folgende politische Inkorrektheiten einfach mal so eingeflochten werden: Da wird mit Vorurteilen bezüglich des Islams gespielt, Wagner ist ein behinderter, griesgrämiger Schwarzer und Faust selbst ist eben nicht der hyperintelligente Gelehrte, sondern ein bisschen langsam in seiner Auffassungsgabe. Die Geschichte spielt im heutigen Berlin, Margarete ist Gemüsehändlerin mit streng gläubiger Mutti, die sie mit ihrem Cousin verheiraten will und Gott, wie erwähnt, ein Trinker, der nicht die besten Ideen hat, seine Gläubiger an sich zu binden. Das Ende ist anders, als wir es aus dem Klassiker kennen, und an der Stelle weiß ich tatsächlich nicht, ob ich das so gut finde. Denn da hat sich Goethe ja schon was bei gedacht. So, wie Flix das Ganze enden lässt, fehlt meiner Meinung nach ein bisschen die Moral der Geschicht‘.</p>
<hr />
<strong>Daten:</strong> Flix: Faust, Der Tragödie erster Teil (2010), Carlsen, 96 Seiten, 14,90€, ISBN: 978-3-55178-977-8.</p>
<hr />
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		</item>
		<item>
		<title>Wortschatz #4 &#8211; A priori</title>
		<link>http://wortabstand.de/wortschatz/wortschatz-4-a-priori/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Apr 2013 10:19:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[a priori]]></category>

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		<description><![CDATA[Wortschatz ist eine Rubrik, in der wir uns Wörter und Redewendungen einfach mal auf der Zunge zergehen lassen und sie ganz nebenbei erläutern. Heute: a priori A priori ist eine Wendung, die man mal einfließen lassen kann, wenn man besonders gebildet erscheinen möchte. Sie bedeutet, dass etwas grundsätzlich und ohne weitere Beweise wahr ist beziehungsweise [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://wortabstand.de/category/wortschatz/">Wortschatz</a> ist eine Rubrik, in der wir uns Wörter und Redewendungen einfach mal auf der Zunge zergehen lassen und sie ganz nebenbei erläutern.</em></p>
<hr />
<p>Heute: <span style="color: #009933;"><strong>a priori</strong></span></p>
<p>A priori ist eine Wendung, die man mal einfließen lassen kann, wenn man besonders gebildet erscheinen möchte. Sie bedeutet, dass etwas grundsätzlich und ohne weitere Beweise wahr ist beziehungsweise auf einem so allgemeingültigen Erfahrungswert beruht, dass man es einfach mal so sagen kann: Wortabstand ist also a priori eine ganz wundervolle Seite. A priori kommt aus dem Lateinischen von &#8220;prior&#8221;, Vorfahre/Vorgänger: Ich beziehe mich also auf etwas Vorhergegangenes, z.B. einen Erfahrungswert und lege mich so von vornherein fest. Ich finde aber, es ist einfach ein hübscher, wohlklingender Ausdruck.</p>
<hr />
]]></content:encoded>
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		<title>Andreas Eschbach – Time*Out</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Mar 2013 10:18:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jugendbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Eschbach]]></category>
		<category><![CDATA[Arena]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Science-Fiction]]></category>

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		<description><![CDATA[Time*Out ist der dritte Teil einer Trilogie. Die ersten beiden Teile heißen Black*Out und Hide*Out und wurden ebenfalls auf dieser Seite besprochen. Inhalt: Die Gruppe um Computergeek Christopher Kidd, Technikfeind Jeremiah Jones und deren Tochter Serenity hat Zuflucht im supergeschützten, versteckten ehemaligen Silberbergwerk Hide*Out gefunden. Dort sind sie zwar sicher, aber auch zum Nichtstun und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-792" alt="timeout Andreas Eschbach – Time*Out" src="http://wortabstand.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/03/timeout.jpg" width="560" height="377" title="Andreas Eschbach – Time*Out" /></p>
<p>Time*Out ist der dritte Teil einer Trilogie. Die ersten beiden Teile heißen <a href="http://wortabstand.de/rezensionen/jugendbuch/andreas-eschbach-blackout/">Black*Out</a> und <a href="http://wortabstand.de/rezensionen/jugendbuch/andreas-eschbach-hideout/">Hide*Out</a> und wurden ebenfalls auf dieser Seite besprochen.</p>
<h3>Inhalt:</h3>
<p>Die Gruppe um Computergeek Christopher Kidd, Technikfeind Jeremiah Jones und deren Tochter Serenity hat Zuflucht im supergeschützten, versteckten ehemaligen Silberbergwerk Hide*Out gefunden. Dort sind sie zwar sicher, aber auch zum Nichtstun und Langeweile verurteilt. So bekommen sie machtlos mit, dass nun eine abgespeckte Version des gehirnverbindenden Chips unters Volk gebracht wird: eine Art Telefon ohne zu sprechen. Nach und nach sollen so immer mehr Menschen Teil der Kohärenz werden, jenes Riesengehirns aller verbundenden Leute, die die Weltherrschaft an sich reißen will und sich selbst als die nächste Evolutionsstufe begreift. Und dann wird klar, dass auch der amerikanische Präsident gechipt werden soll und der Kohärenz dann auch für gesetzliche Regelungen nichts mehr im Wege stehen würde. Hier kommt Bewegung in die Sache: Während Jeremiah Jones beschließt, die Kohärenz in diesem Vorhaben zu stoppen, entwickeln Christopher und Serenity ihre eigene Strategie, die vermeintliche Allmacht loszuwerden. <span id="more-791"></span></p>
<h3>Eigentlich geht es um:</h3>
<p>Wie auch in den Vorgängern, geht es in Time*Out sehr stark um die Frage der Individualität. Dieses Mal werden auch die Probleme mangelnder Individualität viel klarer benannt als zuvor: so beispielsweise der Verlust jeglicher Kreativität oder auch das absolute Abgehen von Freude an bestimmten Dingen (so wird Sex beispielsweise als Pflichtübung beschrieben, die der Fortpflanzung der Menschheit dient). Leider geht es in diesem Teil auch ausgesprochen stark um die Thematik der ersten Liebe und ihrer Problemchen.</p>
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<h3>Plus-Minus:</h3>
<p>Ich sage es gleich vorweg: Ich habe das Buch nur aus einem Grund beendet: Ich wollte wissen, wie es ausgeht. Ansonsten habe ich mich durch fast jede Seite gequält. Die Geschichte ist nach wie vor interessant, weil sie auf einer simplen und einfachen Idee beruht, die doch beunruhigend ist: Was, wenn Wikipedia im Real Life in unseren Gehirnen säße und wir nie, nie, nie mehr wirklich alleine wären? Das ist ein Plot, aus dem sich unheimlich viel machen ließe und genau das gelingt Andreas Eschbach überhaupt nicht mehr.</p>
<p>Stattdessen hat der Leser zwangsläufig den Eindruck &#8211; den übrigens auch schon Band 2 erweckt hat &#8211; hier musste Platz gefüllt werden, um eine Trilogie zustande zu bringen. Leider merkt man das ungefähr drei Vierteln des Buchs an. Ich habe teilweise ganze Passagen übersprungen, um mich nicht zu Tode zu langweilen.</p>
<p>Über weite Strecken des Buchs passiert einfach gar nichts. Dann kommt wieder ein Stück Handlung, dann philosophieren einzelne Charaktere über irgendwas, dann passiert wieder gar nichts und dann geht es wieder weiter.</p>
<p>Interessant ist eine neue Idee, die Eschbach (leider erstmalig) einflechtet: Er beschreibt phasenweise aus der Sicht eines Jungen, der sich den Lifehook, die abgespeckte Version des Kohärenz-Chips einpflanzen lässt. Seine Beweggründe, der gesellschaftliche Druck, aber vor allem die bitterbösen Konsequenzen, die das für sein Leben hat &#8211; und wie machtlos er dagegen ist. Eine gute Idee, die eigentlich schon viel früher hätte umgesetzt werden können, es sind ja nicht die ersten Chips, die verpflanzt werden. In diesem Fall hilft es auch einfach gegen die unglaubliche Eintönigkeit des Restbuchs.</p>
<p>Was mich richtig genervt hat, war die Liebesgeschichte zwischen (uh, darf ich das verraten, es ist ja sooo unerwartet?) Serenity und Christopher. Möglicherweise bin ich tatsächlich mit meinen gut zehn Jahren über der Zielgruppe schon zu alt für solchen Kitsch, aber ich bin fast ausgerastet. Da schleichen sie 2,5 Bücher umeinander herum, nerven mich mit „Bin ich verliebt?“-Plattitüden, damit der Geek dann ein totaaaaal romantisches Schmacht-Liebesgeständnis macht, dass Rosamunde Pilcher nicht schlimmer hätte schreiben können. Ein schüchterner Teenager, der über seine tiefsten Herzensgefühle in einem halbseitigen Monolog spricht (nicht schreibt!) &#8211; unrealistisch! Um dann einige Seiten später Zweifel aufkommen zu lassen und mit so Hammersätzen zu kommen wie „Lohnte sich das? Die Liebe?“ Einfach platt, nichtssagend, unrealistisch für die Altersgruppe und nach gerade mal zwei Wochen Beziehung. Achso, Sex wird übrigens auch gleich mal gemacht. Damit wartet man in dem Alter nämlich heutzutage nicht mehr, gleich ran an den Speck, wenn man den Richtigen gefunden hat &#8211; und wer kann das nach 3 Tagen nicht beurteilen?-, geht das wie geschmiert. Gleich mal einen Gegenentwurf zu prüden Vampirromanen machen, scheint sich Herr Eschbach gedacht zu haben.</p>
<p>Sprachlich sind auch einige Schwächen zu erkennen, die ich von dem Autor nicht unbedingt gewöhnt bin. Ich hatte oftmals den Eindruck, dass sich der Mittfünfziger krampfhaft versucht, auf einen junges Publikum einzustellen, was dann leider mit Sätzen wie „Nicht mal, wenn man ihr nebenbei Brad Wheeler als Boyfriend geschenkt hätte.“ gründlich in die Hose geht. Und dann gibt es unglaublich schlechte Wortspiele: „Hungrygirl war wohl eine neue Mitarbeiterin in der Küche des Weißen Hauses.“ Oder auch: Wie heißt der Erfinder des Sozialen Netzwerks in der Time*Out-Welt? John B. Salzman, der übrigens Milliardär und Student ist. Und der hält seine Rede wo? Im Huxley-Auditorium. Man kann dem Leser genauso gut den großen Hammer um die Ohren schwingen. Abgesehen davon gibt es auch einige interessante Worte, die mir zumindest nichts sagten: hier seien als Schmankerln mal „topfeben“ (Töpfe sind bekanntermaßen ausgesprochen flache Geräte) und „nickeln“ (das tut eine laute Maschine) genannt. Das scheint Eschbach als Beweis nehmen zu wollen, dass er seiner Kreativität noch keinesfalls beraubt wurde.</p>
<p>Das Ende ist auch so eine Sache. Im Prinzip gibt es das Ende der Geschichte und einen Epilog, in dem das Ganze nochmal ein bisschen fortgeführt wird. Allerdings: Ich habe das Buch ja nur des Endes wegen gelesen. Im Grunde hätte ich nur die letzten 20 Seiten lesen müssen und hätte genauso viel mitbekommen wie jetzt. Das Ende ist unglaublich enttäuschend, alles fällt wegen eines winzigen Defekts innerhalb von einer halben Stunde zusammen (und ich muss das jetzt so kryptisch formulieren, falls es doch jemand lesen möchte), was die ganze vorhergehende Bedrohung total ins Lächerliche zieht. Der Epilog erklärt leider nicht, was aus den Hauptfiguren wird, sondern ist eine Vorausdeutung auf die Zukunft, wie es eigentlich nur schlechte Horrorfilme können.</p>
<p>Wir vermeiden an dieser Stelle ja konsequent ein Fazit, wer aufmerksam gelesen hat, kann sich meine Meinung über das Buch sicher denken, ich möchte nur nochmal betonen, dass ich die Idee toll finde. Und, wie gesagt, ein Buch in der Dicke eines Bandes hätte das Ganze so viel kompakter und damit vermutlich spannender und mitreißender gemacht als es so der Fall ist. Mehrbändigkeit geht leider oft nicht mit gestiegener Qualität einher.</p>
<h3>Prägender Satz:</h3>
<p>„Aber ich glaube, es gibt Situationen, da ist es das einzig Vernünftige, unvernünftig zu sein.“</p>
<hr />
<p><strong>Daten:</strong> Andreas Eschbach &#8211; Time*Out (2012); Arena, 520 Seiten, 18,99€, ISBN: 978-3401066301.</p>
<hr />
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		<title>Warren Ellis – Gun Machine</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Mar 2013 09:10:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[New York]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Warren Ellis]]></category>

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		<description><![CDATA[[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Inhalt: Der alternde Polizist John Tallow steht eines Morgens neben seinem toten Partner in einem dreckigen Treppenhaus. Ein nackter Mann hat seinen langjährigen Arbeitsgefährten ohne mit der Wimper zu zucken niedergeschossen. Doch damit beginnen erst seine Probleme. Am Tatort wird ein [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://wortabstand.de/rezensionen/warren-ellis-gun-machine/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<h3>Inhalt:</h3>
<p>Der alternde Polizist John Tallow steht eines Morgens neben seinem toten Partner in einem dreckigen Treppenhaus. Ein nackter Mann hat seinen langjährigen Arbeitsgefährten ohne mit der Wimper zu zucken niedergeschossen. Doch damit beginnen erst seine Probleme. Am Tatort wird ein Raum voller Waffen gefunden, die in einer rituellen Art und Weise an Böden, Decken und Wänden befestigt wurden. Ein Berg an Tatwaffen ungeklärter Morde türmt sich vor Tallow auf und er allein soll ihn beseitigen.<span id="more-778"></span></p>
<h3>Eigentlich geht es um:</h3>
<p>Autor <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Warren_Ellis">Warren Ellis</a> ist kein echter Freund der westlichen Gesellschaft. Er kratzt die Oberfläche der heilen Weltsicht auf und sucht bewusst die schmutzigen Seiten des Okzidents und reibt sie dem Leser genüsslich ins Gesicht. Tief im Herzen ist er aber auch ein verkappter Romantiker und lässt seinen grummeligen Helden mit der richtigen Brise Hoffnung durch die Dunkelheit waten. Ach ja, und es geht auch ein wenig um die amerikanischen Ureinwohner.</p>
<h3>Plus-Minus:</h3>
<p>Ellis ist eigentlich Comic-Autor und legt mit Gun Machine erst seinen zweiten Roman vor. Seine Herkunft merkt man der Sprache in ihrer positiven Gradlinigkeit an, die einem düsteren Krimi sehr gut zu Gesicht steht. Während das eigentliche Mysterium um den merkwürdigen Raum voller Waffen recht schnell aufgeklärt wird und sich die Geschichte anschließend auf vorhersehbaren Bahnen bewegt, können die Charaktere auf ganzer Linie überzeugen. Tallow ist ein schrulliger Polizist, der eine ganze Reihe weiterer schrulliger Helfer um sich versammelt, die der finsteren Welt einen heiteren Gegenpol liefern. Etwas aufgesetzt wirken dagegen die seitenlangen Aufzählungen von möglichst grausamen Verbrechen, welche Tallow über den Polizeifunk empfängt und die eine fast beruhigende Wirkung auf ihn haben. Wir haben verstanden, Herr Ellis: Die Welt ist böse, und wir sollten sie lächelnd besser machen.</p>
<h3>Prägender Satz:</h3>
<p>&#8220;Naked shotgun man was going to blow away any asshole who tried to take his home from him because this was his home and no one could make him do anything he didn&#8217;t want to do and he also had a shotgun.&#8221;</p>
<hr />
<p><span style="color: #99999;"><strong>Daten: </strong>Warren Ellis – Gun Machine (2013), Mulholland Books, 320 Seiten, ca. 11–14€, <a href="http://www.amazon.de/Gun-Machine-Warren-Ellis/dp/1444730649/ref=tmm_pap_title_0?ie=UTF8&amp;qid=1363195728&amp;sr=8-1"><span style="color: #99999;">Taschenbuch</span></a>, <a href="http://www.amazon.de/Gun-Machine-ebook/dp/B008PGK59M/ref=tmm_kin_title_0?ie=UTF8&amp;qid=1363195728&amp;sr=8-1"><span style="color: #99999;">E-Book.</span></a></span></p>
<hr />
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		<title>Die sozialen Unwörter der Nationalen Armutskonferenz</title>
		<link>http://wortabstand.de/wortschatz/die-sozialen-unworter-der-nationalen-armutskonferenz/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Mar 2013 08:38:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[NAK]]></category>
		<category><![CDATA[Nationale Armutskonferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Unwörter]]></category>

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		<description><![CDATA[Ui, toll, schon wieder eine Debatte über political correctness: Ende Februar hat die Nationale Armutskonferenz (NAK) eine Liste mit 23 „irreführende[n] und abwertende[n]“ Wörtern veröffentlicht, die ihrer Meinung nach aus dem Wortschatz eines jeden politisch korrekten Deutschen gestrichen werden sollte. Sehen wir sie uns doch mal genauer an. Alleinerziehend. Die Argumentation der NAK: „Sagt nichts [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ui, toll, schon wieder eine Debatte über political correctness: Ende Februar hat die <a href="http://nationalearmutskonferenz.de/index.php/presse/pressemitteilungen/253-25022013-liste-der-sozialen-unwoerter">Nationale Armutskonferenz (NAK) eine Liste</a> mit 23 „irreführende[n] und abwertende[n]“ Wörtern veröffentlicht, die ihrer Meinung nach aus dem Wortschatz eines jeden politisch korrekten Deutschen gestrichen werden sollte. Sehen wir sie uns doch mal genauer an.<span id="more-769"></span></p>
<ol>
<li><strong> Alleinerziehend</strong>. Die Argumentation der NAK: „Sagt nichts über mangelnde soziale Einbettung oder gar Erziehungsqualität aus. Beides wird jedoch häufig mit „alleinerziehend“ assoziiert“. Ganz im Ernst: Wenn wir jetzt schon anfangen müssen, uns über Assoziationen Gedanken zu machen, dann hören wir am besten sofort alle auf, zu sprechen. Da kann man ja nichts Richtiges mehr sagen. Und das Wort „alleinerziehend“ könnte doch neutraler und treffender eigentlich nicht sein: Jemand, der jemand anderen alleine erzieht. Schön wäre es, wenn es auch noch geteilterziehend gäbe &#8211; oder gemeinsamerziehend.</li>
<li><strong> Arbeitslos/Langzeitarbeitslos</strong>. Die Begründung hier: „Es sollte erwerbslos heißen, weil es viele Arbeitsformen gibt, die kein Einkommen sichern.“ Ist das nicht irgendwie dasselbe. Ein Arbeitsloser hat keine Arbeit, ein Erwerbsloser keinen Erwerb. Aber letztlich kommt Erwerb doch vom Arbeiten und dafür spielt es doch überhaupt keine Rolle, wie viel Erwerb und ob der zum Leben reicht oder nicht. Für die Menschen natürlich schon, aber vom Wortsinn? Ich finde das ziemlich synonym. Und Arbeit sogar passender, denn dank unserer Sozialstaats bekommt ein Arbeitsloser doch zumindest etwas Geld (ob das zum Leben reicht, sei jetzt auch mal dahingestellt), nur eben nicht für seine Arbeit. Und einen Erwerbslosen, der arbeitet, gibt es hoffentlich nicht. Diese Trennung erachte ich als Korinthenkackerei.</li>
<li><strong> Arbeitslose sind eine engagementferne Gruppe</strong>. Hihi, wer hat das denn gesagt? Okay, nehmen wir es mal auseinander. Also, Arbeitslose, hüstel, Verzeihung, Erwerbslose sind eine Gruppe. Das ist schon mal problematisch, man kann die leider so schlecht über einen Kamm scheren. Und engagementfern gefällt mir sehr gut. Man sollte an viel mehr Wörter „fern“ hängen: „Riechst du das? Der Dieter ist so hygienefern!“, „Mein Freund hat mir einen Antrag gemacht, aber das war so romantikfern, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen.“, „Der Steinbrück, der ist so kanzlerfern im Moment!“ Engagement ist ja auch immer Definitionssache. Ich zum Beispiel engagiere mich sehr für mich selbst und meine Freunde, meine Wohnung, mein Mittagessen, meine Kleidung, meine Bildung (ich will ja nicht bildungsfern werden). Aber von Arbeits…Erwerbslosen vorauszusetzen, also bedingt zu erwarten, dass sie sich „wenigstens“ ehrenamtlich engagieren, das finde ich persönlich schon ganz schön dreist.</li>
<li><strong> Behindertentransport</strong>. Einer meiner Favoriten. Hier meint die NAK, es könnten nur Waren transportiert werden, nicht aber Menschen, die würden befördert. Ähm, ja. Nennen wir das Ganze also Behindertenbeförderung. Das macht es doch gleich viel eindeutiger und ist dank Beförderung auch gleich ein richtig ernstzunehmender sozialer Aufstieg…. Und, by the way, was ist eigentlich mit &#8220;behindert&#8221;?</li>
<li><strong> Bildungsferne Schichten</strong>. Eine Begrifflichkeit, die ich auch doof finde. Das ist die Art von Political Correctness, die ich anstrengend finde. Man bemüht sich verkrampft, niemanden zu beleidigen, formuliert es möglichst kompliziert, damit man nur noch unterschwellig kapiert, worum es geht. Und eigene Fehler auf politischer Ebene – denn meist gibt es ja Gründe, warum man von der Bildung fern ist – werden so keinesfalls thematisiert. Die Frage ist aber: Wie sagt man es denn schöner?</li>
<li><strong> BuT’ler („butler“)</strong>. Ein Wort, das ich noch nicht kannte. Hiermit sind wohl die „Bildungs- und Teilhabe-Pakete“ des Staats. Kritisiert wird hier, dass es sich um einen diskriminierenden Begriff handle, auch wegen der Nähe zum englischen „Butler“ alias „Diener“. Ich würde es ja einfach Abkürzung nennen.</li>
<li><strong> „Der/Die ist Hartz IV“</strong>. Wohl ein Satz aus eher bildungsfernen Schichten . Klar, sagt man mal, wobei ich persönlich eher sage, dass jemand von Hartz IV lebt oder auch von Arbeitslosengeld (Erwerbslosengeld, Verzeihung). In der Regel aber auch nur, wenn ich weiß, dass es so ist – und meistens ohne Wertung.</li>
<li><strong> Ehrenamtspauschale</strong>. Hatte ich auch noch nie gehört. Besonders schön an dieser Stelle: „Richtig müsste es Ehrenamtseinkommensteuerpauschale heißen“. Und wortabstand heißt in Zukunft nicht mehr Wortabstand, sondern „BlogimInternetdasjederlesenkannunddassichmalzweiausgedachtundwortabstandgenannthaben“. Man bekommt die Pauschale nämlich wohl nur, wenn man eine Steuererklärung macht. Und Fahrkarten heißen in Zukunft „AmFahrkartenautomatenoderamSchalterkäuflicherworbenesPapierstückdaszueineroder<br />
mehrerenFahrtenmitöffentlichenVerkehrsmittelnberechtigt“. Sonst versteht das ja keiner und alle werden verrückt.</li>
<li><strong> Eingliederungsverfahren</strong>. Das ist ein böses Wort, weil es nur diejenigen betrifft, die mal böse oder verrückt waren. Die müssen eingegliedert werden, die Normalen (!) schaffen das von ganz alleine. Okay, wie nennen wir das also politisch Korrekt? EinstkriminelleodergestörtediewiederindieGesellschaftdernormalenSpießerreinwollenunddafür<br />
dieHilfederselbeninAnspruchnehmenmüssen? Ja, ich denke, das würde es treffen.</li>
<li><strong> Flüchtlingsfrauen</strong>. Dabei handelt es sich um ein „unnötiges“ Wort. Flüchtlinge sind nämlich geschlechtslos, männlich und weiblich, intersexuell, Transvestiten, schwul, lesbisch, bi. Fußballerfrauen übrigens auch. Und die Frauen haben jawohl auch ganz klar eine Eigenleistung gebracht, die sind auch geflohen. Nicht wie Fußballerfrauen, die gucken immer nur. Also, Wort abschaffen. Das heißt Flüchtling und Flüchtine.</li>
<li><strong> Herdprämie</strong>. Herrliches Wort. Ich äußere mich mal diskret nicht dazu, was ich vom Betreuungsgeld halte, aber dieses Wort ist wirklich wahnsinnig politisch inkorrekt. Und genauso fantastisch. Zeigt nicht das Entstehen solcher Wörter, wie fortschrittlich unsere Gesellschaft ist? Jede Frau soll arbeiten, wer zuhause bleibt, ist nicht ernst zu nehmen. Alice Schwarzer wäre total glücklich mit diesem Wort.</li>
<li><strong> Illegale</strong>. „Kein Mensch ist illegal“, sagt die NAK dazu. Joar, das kann man schon so sagen. Aber gehen wir mal davon aus, dass es um den Aufenthaltsort geht, dann gibt es nun mal Gesetze und Regelungen, die uns vorschreiben, wo wir sein dürfen und wo nicht. Auch ein politisches Feld, über das man diskutieren darf, aber es gibt nun mal illegale Aufenthaltsorte. Was die Menschen dazu bringt, sich illegal irgendwo aufzuhalten, sei dahingestellt, da stecken teils wirklich schlimme Geschichten hinter und ich will das nicht kleinreden, aber das Wort „Illegale“ trifft es nun mal auf den Punkt. Politisch korrekt ist es sicher – zumindest wenn man es schafft, dank der persönlichen Bildungsnähe eine Verbindung zum Aufenthaltsort herzustellen.</li>
<li><strong> Massenverwaltbarkeit</strong>. Ein Begriff, der unbedingt auf die Liste gehört. Wir benutzen ihn schließlich ständig. Nie. Und wissen auch alle, was damit gemeint ist. Nicht. So unwichtiges Wort, das man eigentlich nicht drüber reden muss.</li>
<li><strong> Missbrauch</strong>. Hier sagt die NAK, das Wort ist grundsätzlich erlaubt, aber nicht, wenn es um soziale Leistungen geht. Da darf kein Missbrauch stattfinden, weil man da sexuellen Missbrauch mit assoziiert. Wieder eine Assoziation also, keine grundlegende Bedeutung. Gut, in dem Fall lässt sich das einfach vermeiden. Aber, pssst, ein bisschen albern ist es auch.</li>
<li><strong> Notleidender Kredit</strong>. So fühlt sich ein Kredit, der nicht mehr bezahlt werden kann. Ich kann das gut verstehen. Ist doch traurig für den Kredit. Der wollte einem Menschen helfen und kann seiner Funktion jetzt nicht mehr nachkommen. Manno. Dem NAK fehlt hier aber der menschliche Gesichtspunkt: Der Mensch hinter dem Kredit ist doch eigentlich notleidend, der kann ja nicht mehr bezahlen. Das schließt sich aber doch nicht aus. In so einer Situation können doch Mensch und Moneten traurig sein und Not leiden. Und überhaupt, wer denkt eigentlich mal an die notleidenden Banker, die ihre Provision dann nicht erhalten?</li>
<li><strong> Person mit Migrationshintergrund</strong>. Oh ja, auf den hatte ich mich schon gefreut. Da könnte man so eine schöne Mind-Map zu erstellen: Wörter, die es einmal gab, die man jetzt aber keinesfalls mehr sagen darf. Ausländer. Zigeuner. Neger. Überhaupt Schwarze. Türken. Döner-Mann. Ach, früher war alles einfacher.</li>
<li><strong> Person mit Migrationshintergrund ohne eigene Migrationserfahrung</strong>. Noch eine Mind-Map. Sohn eines Ausländers. Hurentochter (= Person mit Prostitutionshintergrund ohne eigene Prostitutionserfahrung.). Hundesohn (= Person mit kläffend animalischem Bezugshintergrund ohne eigene kläffend animalische Erfahrung). Einfach alles möglichst kompliziert umschreiben.</li>
<li><strong> Sozial Schwache</strong>. Tatsächlich. Wenn man sich das so überlegt, ist das wirklich ein blöder Begriff. Warum nicht Finanziell Schwache. Jemand, der finanziell schwach gestellt ist, muss ja nicht auch auf sozialer Ebene versagen. Im Gegenteil. Das stimmt. Ein Punkt für die NAK.</li>
<li> <strong>Sozialschmarotzer</strong>. Liebe NAK, nehmt doch den Opis nicht alles. Was sollen die sich in der Kneipe denn noch erzählen? Worüber schimpfen? Der Begriff ist so eindeutig politisch nicht korrekt, dass er natürlich auf diese Liste gehört. Und traurigerweise spiegelt es auch den Zeitgeist wieder. Vielleicht dürfen wir den Begriff wenigstens noch mit angedeuteten Gänsefüßchen verwenden?</li>
<li><strong> Trittbrettfahrer</strong>. Ich weiß nicht, was daran politisch nicht korrekt sein soll oder jemanden diskriminiert, ganz im Ernst. Ist Trittbrett ein böses Wort?</li>
<li><strong> Vollkasko-Mentalität</strong>. Das ist sowas wie die „Geiz-ist-Geil“-Mentalität. Nicht schön, kein gutes Zeichen für unsere Gesellschaft, aber ja auch irgendwie Zeitgeist. Und: Wer nicht viel hat, der schaut halt, woher er es bekommen kann, ohne im notleidenden Kredit zu enden.</li>
<li><strong> Wirtschaftsasylanten</strong>. Was ist das denn? Hab ich verpasst. Aber Asylanten alleine müsste doch schon ein arg böses Wort sein, oder? Denn Asyl schließt so viele aus und wir sind alle so viel Wert, dass niemand Asyl beantragen dürfte. Das sollte selbstverständlich sein. Nächstenliebe und so.</li>
<li><strong> Wirtschaftsflüchtlinge</strong>. Diese verdammten Spanier, Polen und Griechen. Jetzt haben die uns auch noch ein Unwort verursacht, nachdem die uns doch sowieso schon die ganze Zeit auf der Tasche liegen. Auch hier weiß ich nicht, was daran politisch inkorrekt sein soll. Es gibt doch nun mal Leute, die aufgrund der wirtschaftlichen Situation ihres Landes in ein anderes gehen. Das ist ein mutiger Schritt, vor dem ich Respekt habe. Gut, vielleicht müsste man sie nicht Flüchtlinge nennen, aber ich bin auch manchmal ein Realitätsflüchtling und fühle mich in der Begrifflichkeit nicht diskriminiert.</li>
</ol>
<p>So, jetzt haben wir sie durch, die Top 23. Zwei waren übrigens so fies, dass sie sie nicht in die Top 25 haben bringen wollen. Kleiner Scherz. Aber mal im Ernst: Wann hat das mit der Political Correctness eigentlich angefangen? Das macht es so schwer, das Richtige zu sagen. Ich würde mich heute fast nicht mehr trauen, Aussagen in der Öffentlichkeit zu machen, die ich mir nicht vorher aufgeschrieben und mindestens 5 Leuten gezeigt habe, die sie für unbedenklich eingestuft hätten. Inzwischen kann man doch nur noch falsch liegen, oder? Da wird alles auf die Goldwaage gelegt. Und gerade Politiker, man muss es einfach mal so sagen, müssen so richtig, richtig aufpassen. Ich finde das anstrengend. Einfach mal weniger Gedanken über sowas machen und überlegen, wie man die Anerkennung untereinander wieder stärkt und eine Nationale Armutskonferenz am Ende vielleicht mal obsolet wird. Das wäre doch was. Die Sprache ist ein Anfang, darin zeigt sich Respekt durchaus, ist mir schon klar, aber man muss es auch einfach nicht übertreiben. Vielleicht wünsche ich mir auch, dass die Betroffenen mal aufstehen und sagen, was ihnen nicht passt, ohne dass das irgendwelche Konferenzen oder Redaktionen entscheiden.</p>
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