23. April, 2012 0

Happy Bookday!

Von in Buchbranche

Heute ist Welttag des Buches. Für uns und alle anderen Buchliebhaber der Welt natürlich ein Grund zu ausgelassener Freude und Heiterkeit. Wenngleich noch nicht mit derselben Präsenz wie Valentin, Mutti oder Christus’ Auferstehung/Untergang/Geburt, so freuen wir uns natürlich dennoch, dass an diesem Tag das papierne schriftstellerische Kunstwerk geehrt wird.

Das Ganze wird dieses Mal mit einer Aktion gefeiert, bei der 33.000 Bücherfreunde in Form von je 30 Büchern Lesefreude verschenken. Dafür konnte man sich bis zum 20. Februar bewerben, sich einen von 25 Bestsellern und Klassikern aussuchen und das ausgewählte Buch in 30-facher Ausführung an diesem heiligen Tag im Buchhandel abholen, um es zu verschenken. Wozu das? Ja, weil heute eben das Buch geehrt wird.

An sich ist das natürlich eine sehr schöne Aktion, es gibt da meinerseits nur zwei klitzekleine Kritikpunkte:

1. Warum soll man das Paket im Buchladen abholen? Eigentlich sind wir doch vom Versandhandel des Buchmarkts inzwischen ganz gut verwöhnt. Klar, auf diese Weise kommen die Leute natürlich in den Buchladen. Aber: Jemand, der 30 Bücher nach Hause schleppen muss-soll-darf-kann, der wird wohl kaum noch Lust haben, ausgiebig zu stöbern, um diverse weitere Bücher zu kaufen. Wären nicht vielleicht kleinere Bücherpakete viel angenehmer gewesen? Wenn die Ressourcen der eine Million zu verschenkenden Bücher bestehen, warum dann nicht mehr Bücherfreunde ein bisschen weniger Bücherfreude schenken lassen? So hätte sich die Aktion doch auch viel besser rumgesprochen…

Das bringt mich zu meinem nächsten Kritikpunkt: 2. Warum nicht unterschiedliche Bücher? Da bekommt Otto-Normal-Leseratte 30 Bücher in die Hand, um sie zu verschenken. Sie loszuwerden, dürfte im Normalfall kein Problem sein, aber: Ist das Lesefreude verschenken? Natürlich kann ich jemandem in der U-Bahn ein Buch in die Hand drücken und vielleicht freut sich dieser Jemand auch ausgesprochen über dieses Geschenk, aber ist das wirklich Lesefreude? Wenn ich Bücher verschenke, dann setze ich mich auch gerne mit dem Buchgeschmack des zu Beschenkenden auseinander. Das gehört für mich einfach dazu. Denn sind wir mal ehrlich: Der Buchgeschmack eines Menschen ist so individuell wie die Lieblingssüßspeise. Und auch wenn jemand ein breit gefächertes Spektrum hat, so hatte ich doch noch nie das Bedürfnis, ihm einfach IRGENDetwas zu schenken. Auch nicht, wenn es kostenlos ist. Bücher, die ungelesen herumliegen, erfüllen jedenfalls keine Lesefreude…

Ich hoffe natürlich dennoch, dass die vielen, vielen, vielen Bücher ein wunderschönes neues Zuhause gefunden haben und doch dazu dienen, wozu sie gedacht waren: ein bisschen auf das gute alte Lesen in papiernen Wälzern aufmerksam zu machen.

Und daher: Lasst die Buchdeckel knallen!

Tags: , , ,

Hinterlasse ein Kommentar

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.