13. März, 2012 0

Buchhüllen von Libri X – ein Testbericht

Von in Buchbranche

LibriXHüllen Buchhüllen von Libri X   ein Testbericht

Es soll so Leute geben, die Bücher sammeln und sich an ihrem Aussehen und Wert erfreuen. Die nennt man Bibliophile. Ich zähle mich definitiv nicht dazu, sonst würde ich kaum mit gewissen digitalen Lesegeräten flirten, aber ich hasse das, wenn ich ein Buch in meine Tasche stecke und ein anderes herauskommt. Es ist faszinierend: Da schiebt man ein neues Taschenbuch in die saubere Tasche und heraus kommt ein mindestens zwölf Jahre altes mit diversen Macken und Eselsohren. Ich weiß nicht, wie meine Taschen das machen, fest steht nur, dass jede von ihnen es kann und dieser Umwandlungsprozess innerhalb weniger Minuten stattfindet. Ich hab jetzt also mehrere Möglichkeiten:

  1. Doch 150 Euro in einen E-Reader investieren, bei dem ich aber nicht weiß, was ich nach der Transformation in meiner Tasche in den Händen halte.,
  2. Mir psychologische Beratung suchen und mit den alten Büchern leben.,
  3. Aufhören zu lesen.,
  4. Keine Taschen mehr benutzen und alles in den Händen tragen.,
  5. Nur noch gebrauchte Bücher kaufen, die sowieso schon bescheuert aussehen.,
  6. Mir einen Bibliotheksausweis besorgen und so tun, als hätten die Bücher vor meiner Ausleihe auch schon so ausgesehen.,
  7. Jede Seite kopieren und nur noch die Kopien mitnehmen. oder
  8. Mir einen Buchumschlag besorgen.

Diverse Möglichkeiten fallen aus praktischen Gründen weg – ich will ja auch gar nicht mein Leben ändern.

Also mache ich mich auf die Suche nach einem dieser mysteriösen Buchumschläge. Im Netz findet sich einiges und letztlich entscheide ich mich aufgrund positiver Bewertungen und eines angemessenen Preises für einen Umschlag von Libri X. Zunächst einmal die Taschenbuchvariante. Ich habe nur kurze Entscheidungsschwierigkeiten, was den Schriftzug angeht, aber dann landet der kleine Stofffetzen in meinem digitalen Warenkorb. So. Nach ein paar Tagen ist das kleine hellblaue Ding da. Ich brauche nicht lang, um die Einwicklungstechnik zu verstehen. Auf der einen Seite wird das Buch einfach in die Hülle geschoben, auf der anderen Seite wickelt man sie mit einem Gummi um das Buch. Das ist einfach und hält. Ein Lesebändchen ist auch angenäht, praktisch.

Und nun der Mastertest: der Weg in die Tasche. Was soll ich sagen? Welche Alterungszauber meine Tasche auch immer verwendet, die Hülle ist immun dagegen. Dadurch, dass sie selbst fest sitzt und aus Stoff ist, habe ich nach Beendigung der Lektüre ein fast genauso neues Buch wie vorher. Und das war ja Sinn der Sache.

Schade ist nur, dass nicht alle Taschenbücher in die Taschenbuchvariante passen, denn schon die ein bisschen dickeren oder ein bisschen höheren sprengen leider die Maximalmaße. Kurze Zeit später wandert also auch die Hardcoverhülle in den Warenkorb. Die ist diesmal schwarz mit anderem Schriftzug. Beobachtet mich nun einer beim Lesen, weiß er nicht mehr, was ich lese, sondern sieht nur, dass es ein „Mordsbuch“ ist. Das gefällt mir, ich gehöre nämlich selbst zu den neugierig-aufdringlichen Gaffern, die immer wissen wollen, was der andere da liest. Ich hab’s meinen Mitmenschen also richtig gezeigt – ha!

Wie gesagt, sie ist schwarz. Darin liegt ein enormer Nachteil, wenn man nicht in keimfreien Umgebungen lebt, denn jedes Staubkörnchen und jedes Haar bleibt magisch an diesem Ding hängen. Und das ist insbesondere in Taschen natürlich unvermeidlich und sehr schade. Von schw arzen rate ich also dringend ab, gibt ja auch genug Alternativen.

Ab und zu passiert es mal, dass das Buch aus der Hülle rausrutscht, insbesondere am Anfang und am Ende des Lesens, wenn die Gewichtsverteilung stark seitenlastig ist, aber damit lässt es sich leben, denke ich. Zumal es prinzipiell sogar ausreicht, wenn das Buch auf der linken Seite in der Hülle steckt und auf der anderen nur drumgeschlagen ist, damit der Schutz zumindest kurzzeitig gewährleistet ist.

Alles in allem kann ich die Buchhüllen für den Preis nur jedem ans Herz legen, der ebenso monströse Taschen hat wie ich und im Herzen doch ein kleines bisschen bibliophil veranlagt ist.


Daten: Die Libri X-Hüllen gibt es in zwei Größen, einmal in S (Taschenbuch) und einmal in L (Hardcover). Es gibt sie online in mehreren Shops wie Moses, Amazon oder auch Ebay, sie sind aber auch in manchen Buchhandlungen zu finden. Die Kosten für die Taschenbuchhülle liegen bei ca. 9€, die für die größere bei ca. 11€.


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